Viele schafhaltende Betriebe stehen vor dem Problem, dass ihre Wolle kaum noch wirtschaftlich verwertet werden kann. Oft bleibt nur eine kostenintensive Entsorgung. Die Agilio gGmbH hat sich dieser Herausforderung angenommen und gemeinsam mit der Hochschule Emden/Leer einen nachhaltigen Lösungsansatz verfolgt: Schafwolle als organischer Dünger.
Im Rahmen einer Abschlussarbeit wurde auf dem Biolandhof Lüttje Plaats untersucht, wie sich Schafwollpellets auf das Wachstum von Tomatenpflanzen auswirken. Schafwolle besteht überwiegend aus Keratin und enthält wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium, Phosphor sowie Spurenelemente. Zudem wirkt sie als Langzeitdünger und verbessert durch ihre hohe Wasserspeicherfähigkeit die Bodenstruktur.
Im Gewächshausversuch wurden Tomaten der Sorte „Matina“ mit unterschiedlichen Mengen Schafwolldünger versorgt und mit einer ungedüngten Kontrollgruppe verglichen. Die Ergebnisse zeigten deutlich: Mittlere bis höhere Düngermengen führten zu einem signifikant besseren Pflanzenwachstum. Besonders die Variante mit 60 g Schafwollpellets erzielte die stärksten Zuwächse. Zu geringe Mengen oder eine zusätzliche Ausbringung auf der Bodenoberfläche zeigten hingegen kaum Vorteile.
Das Fazit: Schafwollpellets sind ein vielversprechender, nachhaltiger Dünger, der Pflanzenwachstum und Bodenqualität gleichermaßen fördert. Trotz höherer Herstellungskosten bieten sie eine umweltfreundliche Alternative zu mineralischen Düngemitteln und leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Gemüsebau.

